Ruhe in Frieden!

Security-Mann bei Disco-Party getötet

Bad Segeberg – Es war eine tolle Party – fast bis zum Schluss. Aber um 3.35 Uhr in der Nacht zu Sonntag verwandelte sich die ausgelassene Disco-Fete an der Marienstraße in einen blutigen Albtraum. Der Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes wurde niedergestochen und starb gestern Abend im Krankenhaus. Ein Gast erlitt schwere Kopfverletzungen. Die beiden Täter wurden von der Polizei wenig später im Krankenhaus festgenommen.
Die Pressestelle der Polizeidirektion Bad Segeberg lehnte am Sonntag eine Stellungnahme mit Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei ab. Mit der Staatsanwaltschaft Kiel sei zudem Stillschweigen vereinbart worden. Wehrführer Mark Zielinski von der Freiwilligen Feuerwehr Bad Segeberg verwies wiederum auf die Informationshoheit der Polizei. Die Recherchen der Segeberger Zeitung zeichnen aber auch ohne offizielle Auskünfte ein recht umfassendes Bild der Geschehnisse.

Seit zehn Jahren sorgen die „Funky Chicos“ in Norddeutschland für Partystimmung. Ihr rundes Jubiläum wollten die drei Segeberger Discjockeys Thorsten Trozki, Michael Meier und Tobias Gellert gebührend feiern – mit der ersten Disco-Fete in der JugendAkademie. Rund fünfhundert Gäste strömten an die Marienstraße. Zunächst lief alles reibungslos. Die Stimmung war bestens.

Wie die SZ erfuhr, tauchten kurz vor 3.30 Uhr zwei junge Männer in der Akademie auf. Die Kasse war schon nicht mehr besetzt; viele Gäste waren auf dem Heimweg. Bei ihrer Ankunft verhielten sich die Männer, wie Besucher schildern, unauffällig. Daher kamen sie problemlos an den Security-Mitarbeitern am Eingang vorbei. Offenbar gab es keine Taschenkontrolle. Sonst hätte dem Personal das Messer auffallen müssen, das einer der Männer bei sich trug. Im Inneren des Gebäudes soll es dann schnell zu einem heftigen Streit gekommen sein.

Das Foyer der Akademie diente als Tanzpalast; Besucher konnten sich für Gespräche aber auch in den ruhigeren Speisesaal des Hauses zurückziehen. Am Flur dazwischen liegt ein Nebenraum, der als Kiosk genutzt wird. In dieses Zimmer drängten die beiden Männer, wie später ermittelt wurde, einen etwa 55-jährigen Bad Segeberger. Der Unternehmer, der in früheren Jahren in Bad Segeberg eine Videothek betrieben hat, wurde von den Tätern brutal zusammengeschlagen. Worum es bei der Auseinandersetzung ging, ist noch unklar. Der Mann erlitt derart schwere Kopfverletzungen, dass er in die Universitätsklinik Lübeck eingeliefert werden musste.

Doch damit war die Gewalt in dieser Nacht noch nicht vorbei. Zwei Mitarbeiter eines renommierten Lübecker Sicherheitsdienstes ergriffen die tobenden Täter und führten sie, möglichst unauffällig eingehakt, aus dem Gebäude.

(Quelle Segeberger-Zeitung // http://www.segeberger-zeitung.de/segeberg/266835-Security-Mann-bei-Disco-Party-in-Bad-Segeberg-getoetet.html)